ich muss ja Gott sei Dank nicht oft zum Arzt. Gestern war es allerdings mal wieder so weit! Nehmen wir an, ich hätte eine Mittelohrentzündung. Was macht der brave Bürger, er geht zu seinem Hausarzt und lässt sich für läppische 10 Eurodollar einen Ablassbrief Überweisung zum Facharzt geben. Auch noch kein Problem, so dass man auch schon eine knappe Woche später ein Termin beim HNO bekommt. Super, bis dahin bin ich vielleicht noch nicht ganz tod, so das die Wiederbelebungschancen mal gar nicht soo schlecht stehen. Prima!.
Nach schmalen 30 Minuten Wartezeit ist man dann auch schon an der Reihe und wird vom Arzt mit einem knappen “Hallo” begrüsst. Darauf folgt, noch im Gehen ins Wartezimmer, eine erste Analyse:
Arzt: “Was hammse denn?”.
Patient: “Schmerzen im Ohr, vielleicht ne Mittelohrentzündung?”
Arzt: “Alles klar, da kömmer was mit Antibiotika machen!”
Verdutzter Patient: “Ähhh, könnte man das vielleicht erst noch feststellen bevor ich mich hier wilden Drogenorgien mit irgendwelchen Präparaten hingebe?”
Arzt: “Wie? Achso, naja geht natürlich auch…”
Schneller als ich “Gesundheitsreform” sagen, kann hechtet der Arzt mit seinem ‘InsOhrGuckDingens’ über den Schreibtisch und bevor ich überhaupt wahrnehmen kann, dass der Arzt damit versucht auch gleich noch meine Hornhautkrümmung von innen zu behandeln (gefühlt..), steht er wie David Copperfield, Millisekunden später schon wieder am Waschbecken und wäscht sich die Hände. Während er mir noch den Rücken zudreht, bekomme ich schon eine erste Diagnose: “Ja, da machen wir was mit Antibiotika”. “Ähhh wie jetzt ja? also doch Mittelohrenzündung?” Scheinbar bin ich an die Koryphäe unter den Medizinern geraten, die schon an der Farbe des Kassenkärtchens erkennt, was mir fehlt. Ich freu mich und werde beim Hinausgehen noch schnell über die nicht vorhandenen Gefahren einer solchen Entzündung aufgeklärt und das alles halb so schlimm sei. Ich bin beruhigt…
Während ich mich noch von der nicht mal ganz so hübschen Arzthelferin verabschiede und mir einen Folgetermin geben lasse (Wozu eigentlich, ich bin doch bestens versorgt?) höre ich, mit dem noch halb funktionierenden Ohr, den Arzt händeschüttelnd zum nächsten Patienten sagen: “Hallo Herr Riemenschneider, na wie geht es Ihnen denn an diesem wunderschönen Tag?… Fräulein Lohmeier, bringen Sie Herrn Riemenschneider doch bitte schnell noch einen Kaffee… wie immer mit Milch und Zucker!”
Sein Kärtchen hatte wohl die richtige Farbe… naja, bleibt immer noch die Hoffnung das die Pillen wenigstens hübsche bunte Bilder zaubern
AHHHHHRRGGHHHHHHLHLLLLLLL