Also erstmal vorneweg. Es ist schlimm wenn ein Mensch sich selbst tötet. Da gibts nix dran zu rütteln. Das man dann allerdings so einen Hype darum macht wie im Falle von Robert Enke ist mir doch ein bischen zuviel des Guten.
Dazu ein paar Zahlen: 2007 haben 9402 Personen Selbstmord begangen. Das ist jede Stunde EINE(R). !!! Fast 50% davon erhängten sich übrigends, was bedeutet, dass während ich das hier schreibe, oder Ihr diesen Artikel lest, irgendwo in diesem, unseren Lande jemand einen Strick zusammenknotet und in spätestens zwei Stunden nicht mehr unter uns weilt, während sich ein(e) andere(r) vermutlich schon längst irgendwo herunter gestürzt hat (Platz Nr.2).
Aber hört man von denen was ?? Nein. Nix. Aber Robert Enke. Jahaaaa.. Von dem hört man was. Die Trauernde Witwe schafft es sogar, sich nach ein paar Tagen vor eine laufende Kamera zu setzen. Wenn ich dann noch höre, dass ein Theo Zwanziger Sätze wie “Er hatte nur Freunde” verkündet, platzt mir einfach die Hutschnur. Zum einen – der Mann war in Behandlung wegen seiner Depression. Hat der Psychater eigentlich schon was dazu gesagt ???. Seine Frau – Nix gemerkt ???. Von seinen “nur Freunden” fange ich erst gar nicht an.
Und davon, wie egoistisch so ein Selbstmord ist, redet natürlich auch niemand. Denn es ist ja nicht so, dass die Adoptivtochter oder die trauernde Witwe nun ein tolles Leben ohne Sorgen mit Papis nicht zu knapp verdienter Kohle vor sich haben. Nein. Ganz und gar nicht. Oder den Rettungskräften, die wahrscheinlich ihr Leben lang, mit dem Bild eines blutverschmierten Zuges inkl. menschlicher Einzelteile durch die Gegend laufen müssen. Aber nein. Ich schmeiss mich vor den Zug denn es gibt keinen Ausweg und nach mir die Sinnflut. Toll.
Stattdessen suhlen sich alle in einem Stadion in mehr oder weniger von den Medien eingetrichteter Anteilnahme und es wird so getan, als ob gerade Jesus von den Römern ans Kreuz genagelt worden wäre.
Ok, genug Zynismus/Sarkasmus. Depression ist eine schlimme Krankheit und es ist gut und richtig das solche Fälle benutzt werden, darauf hinzuweisen. Aber vielleicht wäre im Falle Robert Enke weniger mehr gewesen und ein bischen Differenziertheit hätte sicherlich nicht geschadet.
*undwiedereinerweniger
P.S.: wer es etwas genauer wissen will, wie das so mit den Selbstmorden in unserem Land aussieht, kann das hier tun, indem er nach “Selbsttötung” sucht und dann bei den Ergebnissen die erste Tabelle anklickt. Für alle die zu faul zum klicken sind gibts die Tabelle hier als PDF