Gesellschaftsseuche Mobiltelefon …
Gerade schickt mir ein Kumpel das unten angefügte YouTube Video und ich fühle mich berufen ein paar Zeilen loszuwerden über die schlimmste Seuche des neuen Jahrtausends: DIE MOBILE ERREICHBARKEIT!!
Ich bin zwar ein Kind der Neuzeit, technikbegeistert und mit Sicherheit auch ein wenig Geek, gebe Unsummen aus für Technikspielereien und kann vieles nachvollziehen. Bei der mobilen Erreichbarkeit hört es jedoch auf. Wieso erwartet mittlerweile jeder das man immer und überall erreichbar sein muss? Wieso habe ich das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen wenn sich mal wieder einer mit den Worten beschwert: “Du bist schwieriger zu erreichen als der Paps?!”. Wieso werde ich schief angeschaut, wenn ich ein altes klobiges Telefon aus der Tasche ziehe?
Richtig, ich bin schwieriger zu erreichen, weil dies mein gutes Recht ist! Wieso soll ich mir meine freie Zeit (man beachte die Implikation, ‘MEINE FREIE ZEIT!!’) durch Gespräche beschneiden, die ich gar nicht führen will? Scheinbar gehöre ich aber zu einer aussterbenden Rasse. Hätte mein Arbeitgeber nicht auf die Anschaffung eines Telefons bestanden, damit ich zumindest im Job erreichbar bleibe, ich glaube ich hätte bis heute keines …
Fast noch schlimmer finde ich aber die Auswirkungen auf unsere Konsumgesellschaft im Bezug auf die Notwendigkeit solcher Geräte. Die Hersteller werben ja schon lange nicht mehr mit der eigentlichen Funktion eines Telefons sondern mit immer albernen Dingen, welche ein solches Teil scheinbar können muss. Mal ganz ab von dem Proll-Faktor, der sich errechnet aus Design, Typen-Kategorie Mensch, Aktualität des Gerätes und Klingeltonnervfaktor. Runtergebrochen auf eine Formel könnte das ganze dann so aussehen :
Haben wir also im Cafe unserer Wahl am Nachbartisch den jungen Bankeryuppie sitzen (t=Typen-Kategorie 1. Der dicke, unscheinbare Mathestudent mit Brille wäre 10) mit dem neusten Jamba Klingelton (Ringfaktor 10! Ein normales unauffälliges Piepsen oder Vibrationsalarm wäre hier 1), dem neusten IPhone (D=Designfaktor 10, das alte Nokia 6150 wäre hier z.B. die 1) der lauthals mit Bluetoothheadset brüllend seine Aktienkurse diskutiert (Präsentationsfaktor=o. Nehmen wir hier ebenfalls die 10 an), kämen wir auf einen Faktor von 1000. Somit ginge mir dieser Mensch tausendmal mehr auf die Eier als der Mathestudent!
Ich schweife vom Thema ab, was ich damit eigentlich nur sagen wollte … ich kann diesen Hpye nicht nachvollziehen!
AMEN…
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